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Jiří Netík, * 9. 8. 1953 (Brünn)
Holzbildhauer und Musiker, wurde 1953 in Brünn geboren, wo er jetzt noch lebt und arbeitet. Als Material für seine Schöpfungen verwendet er ausschließlich Holz. Seine Werke sind in Sammlungen in seiner Heimat, vielen europäischen Ländern sowie Amerika und Australien zu sehen. In den letzten Jahren führte Jiří Netík sehr erfolgreiche Ausstellungen in der Tschechoslowakei, Deutschland, Österreich, Schweiz, Norwegen, Italien, Kanada und den USA durch.

Jiří Netík ist ein Holzbildhauer, den man weder mit den abstrahierenden Strömungen der Gegenwart, noch mit der klassischen Auffassung der Bildhauerkunst in Verbindung bringen kann. Konzentriert man sich ausschließlich auf die Form, kann man Stilelemente des Mittelalters und des Barocks erkennen. Insbesondere in den Details wie Haare, Bartwuchs, Faltenwurf und Gesichtsausdruck. Die tadellose handwerkliche Verarbeitung könnte naturalistische Ausrichtung vermuten lassen. Doch dieser vermeintliche "Naturalismus" wird nicht im wörtlichen Sinn als Abbildung der Objektivität, sondern nur im Verständnis für das Material und seine Verarbeitung vermittelt.

Man muß sich bewußt machen, doß es bei jeder gestalterischen Schöpfung nicht um die Wiedergabe eines universalen Vorbildes, sondern um die Verbindung van Information und Imagination geht. Jiří Netík reagiert bei seinen Schöpfungen auf die allgemeinen Vorbilder der Vergangenheit und überträgt diese auf die menschliche Gefühlsebene Ende des 20. Jahrhunderts. Gewisse archaische Züge erzeugen durch den Kontrast van grobverarbeiteten Flächen zu präzisen Details eine neue Spannung. Er überläßt dem natürlichen Material seine ursprüngliche Identität.

Jiří Netík hat sich einer Schöpfung zugewandt, die man als realistische Richtung bezeichnen kann. Dieser Realismus war über viele Jahrhunderte hinweg - und ist heute noch - der Ausdruck menschlicher Sehnsucht sichtbar und greifbar die eigene Substanz zu erkennen.

Die letzte aktualizacion: Juni 2012                      Foto Václav Jirásek                             © 2002 Milan Točík